Kappadokien

Ein Reiseführer durch das Land der Feenkamine und Felsenburgen

Man kann es ja ruhig zugeben: Kappadokien war bisher allenfalls von Landkarten bekannt und natürlich dem Namen nach, weil der so schmeichlerisch, angenehm und als Wort so schön schlüssig klingt. Kappadokien, wie Sansibar, Patagonien, Titicaca oder Timbuktu. Als Kinder haben wir uns diese Namen auf der Zunge zergehen lassen und geschworen, eines Tages dorthin zu fahren. Das Begehren wurde mitgenommen in das Erwachsenwerden und -sein und in dem einen und anderen Fall auch umgesetzt. Nur, dass Kappadokien im Laufe der Zeit ein wenig aus diesem Rahmen gefallen war – was sich nach der Lektüre dieses Reiseführers prompt wieder geändert hat, und zwar gründlich.

Die Faszination beginnt schon auf den ersten Seiten, wo Kappadokien in derart lebendigen und auch respektvollen Worten beschrieben wird, dass kein Zweifel daran bleiben kann: Diese beiden Autoren kennen sich so gut aus, dass sie sind eins mit der Region, die sie beschreiben. Eine solche Erkenntnis tut gut angesichts des aufgesetzten Halbwissens, das so manche Reiseführer-Schreiber als Landeskenntnis und Profession darbieten.

Genau diese ärgerlichen Unzulänglichkeiten finden sich in dem Kappadokien-Reiseführer von Susanne Oberheu und Michael Wadenpohl nicht in einem einzigen Detail. Im Gegenteil sind die Berichte der Autoren, die Geschichten, die sie erzählen oder auch die Faktenschilderungen von einer solch lebendigen Intensität, dass man als Leser sogar glaubt, sich inmitten der Szenerien von Felsenburgen, Feenkaminen, verborgenen Klöstern, byzantischen Fresken, Höhlenwohnungen und grünen Schluchten zu befinden. Mitten in dieser Landschaft, die halb Wüste, halb Oase ist.

Da glaubt man den Menschen gegenüber zu stehen, weil ihre Offenheit, ihre Gastfreundlichkeit und ihre Toleranz so fühlbar beschrieben wird und begreift auf gleiche Art, allein mit dem Buch vor der Nase, den Charakter der Landschaften, die Alltage der Einheimischen, ihre Traditionen und ihre Kultur. Man erfasst geschichtliche Zusammenhänge, politische und religiöse Hintergründe – all das, was Kappadokien offenbar ausmacht. Da verwundert es überhaupt nicht mehr, wenn man eine Begeisterung in sich wachsen spürt, die nur ein Ziel kennt: hinfahren und all das selbst erleben!

Es wird einem leicht gemacht, den beiden Autoren zu glauben, ihre Begeisterung für Kappadokien zu verstehen und man möchte den Hut ziehen vor der Fülle der Eindrücke und Informationen, die dieses Buch zu einem ganz Besonderen machen. Es bleibt zu wünschen, dass sich der Mut des Autorenpaares auszahlt, den Reiseführer bei Books on Demand quasi selbst verlegt zu haben. Jedem Türkei-Interessierten kann nichts Besseres als dieses Buch geschehen!

Schwarzaufweiß vom Dezember 2007.
Siehe http://www.schwarzaufweiss.de/buecherecke/reisefuehrer/kappadokien.htm



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